KINDERHILFE RUMÄNIEN e.V.
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aktuelle Situation in Rumänien


Rumänien hat seit Ende 2014 einen deutschstämmigen Präsidenten: Klaus Johannis, der bisher mit beachtlichem Erfolg Bürgermeister in Sibiu/Hermannstadt war. Trotz großer Hoffnungen, die man auf das neue Oberhaupt setzte, hat sich in diesem Jahr noch sehr wenig verändert.

• Rumänien gilt gemeinsam mit Bulgarien als ärmstes Land Europas
• die allgemeine Situation verschlechtert sich fortwährend
• das Land zählt zu den Spitzenreitern in Punkto Korruption
• zu viele Berufstätige – vor allem Jugendliche – ziehen ins Ausland, weiles im eigenen Land keine Perspektivengibt. Überall fehlt es an Fachkräften(Ärzte, Psychologen, Therapeuten, Krankenschwestern, Lehrer, Handwerker usw.)
• der durchschnittliche Monatslohn liegt bei umgerechnet ca. 270 €
• Ausbildungsplätze für Schulabsolventen sind Mangelware
• bürokratische Bestimmungen behindern Veränderungen und Verbesserungen
• soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Kindergärten und Altersheime leiden unter permanentem Geldmangel
• das soziale Netzwerk ist generell mehr als brüchig
• die Kinderschutzbehörden auf der Kreisebene sind mit der Masse der zu versorgenden Kinder meistens überfordert. Es fehlen Fachkräfte an diesenverantwortungsvollen Stellen.

Rumänien hat aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage und der sozialen Missstände überdurchschnittlich viele Sozialwaisen zu versorgen. Laut einer Statistik von 2013 leben in Rumänien 3,7 Millionen Kinder. (1990 waren es doppelt so viele! Eine Erklärung dazu fehlt.)

• Von diesen 3,7 Mio. Kindern leben 3 Mio. unter riskanten Armutsbedingungen.
• 1 Mio. Kinder wachsen in gravierender Armut auf.
• 1 Mio. Kinder sind Roma. 1/3 dieser Ethnie besucht keine Schule.
• 82.000 Kinder haben mindestens ein Elternteil, das im Ausland arbeitet.
• 10 % der Jugendlichen unter 16 Jahren konsumieren Drogen.
• 1.400 Kinder haben kein Zuhause (Bukarest, Kronstadt, Constanta).
• 1.474 Säuglinge wurden in Krankenhäusern allein zurückgelassen.
• Es leben immer noch 22.124 Kinder in staatlichen Kinderheimen.
• Insgesamt 70.000 Kinder sind schätzungsweise in staatlicher Obhut (Kinderheime, Pflegefamilie, Familienhäuser).

Vor dem EU-Beitritt 2007 wurde Rumänien verpflichtet, die Heimsituation von Grund auf zu verändern. Auf dem Papier hat das hervorragend geklappt, indem man die Strukturen aus Großbritannien wortgetreu übernahm. An der praktischen Umsetzung fehlt es jedoch. Diese Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ist nicht nur mit dem Fehlen finanzieller Mittel zu entschuldigen. Die Regierung ist offensichtlich nach wie vor nicht an ihren unverhältnismäßig vielen Sozialwaisen interessiert.
NGOs (Nichtregierungsorganisationen) haben unter diesem Desinteresse, das sich auch auf die Bevölkerung bezieht, zu leiden. Heimkinder sind unbeliebt, zumal über 60 % Roma sind.

Wir haben nie gedacht, dass unsere Tätigkeit in Rumänien auch nach 25 Jahren unbedingt erforderlich erscheint. Wir fragen uns ständig, warum der Staat nach so langer Zeit immer noch nicht in der Lage ist, die volle Verantwortung für seine Sozialwaisen zu übernehmen.

Edith Kirchmann (1. Vorsitzende)